Diabetes beim Hund

Diabetes beim Hund. Wahrscheinlich wird es sich zunächst etwas befremdlich für Dich anhören, da Diabetes meistens mit Menschen in Verbindung gebracht wird. Fast jeder hat schon davon gehört, jedoch wissen wenige, bis auf Betroffene und deren Angehörige, mehr über diese Erkrankung – kennen es lediglich unter der populären Bezeichnung Zuckerkrankheit.

Aber nun beim Hund? Leider ja. Was genau Diabetes wirklich ist – welche häufigen Symptome damit assoziiert sind und ob oder wie man es heilen kann, erfährst Du in diesem Artikel.

Was ist genau ist Diabetes?

Diabetes oder auch die „Zuckerkrankheit“ genannt ist eine chronische Stoffwechselstörung. Sowohl bei Menschen als auch bei Tieren. Der klinisch korrekte Begriff dafür ist eigentlich Diabetes Mellitus. Stoffwechsel bezieht sich in diesem Fall darauf, wie der Körper Futter in Energie umwandelt. Um diese Erkrankung zu verstehen hilft es, wenn Du Dir den zugrunde liegenden Prozess anschaust.

Die Verbindung von Glukose und Insulin

Für die Umwandlung von Nährstoffen im Futter in Energie, welche im Körper genutzt werden kann, bedarf es einer Wechselwirkung von zwei Stoffen:

Glukose

Der Treibstoff für unseren Körper: Dabei ist Glukose die chemische Bezeichnung für Traubenzucker. Wenn der Körper Nahrung aufnimmt, wird diese in ihre Nährstoffe aufgespalten. Ein Teil dieser Nährstoffe ist die Glukose.

Insulin

Der Wächter: Insulin ist eigentlich ein Hormon. Es ist für den Glukosemetabolismus verantwortlich – das heißt für den Stoffwechsel und wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Dabei kommt dem Hormon eine Wächterfunktion zu. Das bedeutet, dass es den Zellen sagt, dem Blut Glukose und andere Nährstoffe zu entnehmen und als Treibstoff zu nutzen.

Was bedeutet denn Stoffwechselstörung?

Diabetes tritt in zwei verschiedenen Formen auf, welche beide die Insulin – Glukose Verbindung betreffen:

Dies ist die bei Hunden häufigste Form. Der Körper produziert nicht mehr ausreichend Insulin. Das kommt daher, weil die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) nicht mehr oder nicht mehr richtig funktioniert.

Typ 1 Diabetes

Dies ist die bei Hunden häufigste Form. Der Körper produziert nicht mehr ausreichend Insulin. Das kommt daher, weil die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) nicht mehr oder nicht mehr richtig funktioniert.

Typ 2 Diabetes

Dies ist die bei Menschen häufigste Form. Die Pankreas produziert zwar noch Insulin, der Körper kann es jedoch nicht mehr verarbeiten, da hier keine Zellantwort erfolgt. Deshalb wird der Traubenzucker aus der Blutbahn nicht mehr genutzt. Typ 2 kann bei älteren und übergewichtigen Hunden vorkommen.

Hündinnen können, während sie trächtig (schwanger) sind oder unter Hitze eine kurzzeitige Insulinresistenz entwickeln.

Das ist in doppelter Hinsicht schlecht, ganz unabhängig vom Typ der Erkrankung. Zum einen mangelt es den Zellen an ihrem Treibstoff. Dadurch kommt es zu einer Unterversorgung. Dadurch fängt der Körper an, eigene Reserven wie Fette und Eiweiße zu nutzen – als Surrogat sozusagen.

Zum anderen können sich ohne das Insulin als Modulator hohe Zuckerspiegel im Blut bilden. Das wirkt sich schädigend auf andere Organe aus. Besonders betroffen sind die Nieren, die Augen, das Herz, die Gefäße und die Nerven.

Was sind die häufigsten Symptome von Diabetes bei Hunden?

Die Symptome sind sehr vielfältig, diese 10 Leitsymptome solltest Du jedoch kennen.

Gesteigerter Durst PolydipsieDein Hund trinkt wesentlich mehr als gewöhnlich
Häufiges WasserlassenPolyurieDie Harn-Frequenz steigt und es passieren „kleine Unfälle“
Gesteigerter AppetitPolyphagieHäufige Fressanfällen ohne Gewichtszunahme
Plötzlicher GewichtsverlustTrotz des vermehrten Fressverhaltens kommt es zu Gewichtsverlust
ÜbergewichtAdipositasEiner der fördernden Faktoren bei der Entstehung von Diabetes
Ausgeprägte ErschöpfungFatigueVerringerte Aktivität, Lethargie und vermehrter Schlaf
Dünneres und ausfallendes FellAusfallen von Fell, besonders am Rücken
Trübe AugenKataraktEine gefürchtete Komplikation, es kann zur Erblindung führen
VerstimmungDepression Durch die toxischen Wirkungen von Azidosen kommt es zu Gemütsveränderungen

Wie wird Diabetes beim Hund diagnostiziert?

Der Tierarzt Deines Vertrauens kann durch recht einfache Untersuchungen feststellen, ob Dein Vierbeiner an Diabetes erkrankt ist. Das geschieht mit Blut- und Urintests. So kann neben dem Blutzuckerspiegel auch noch geschaut werden, wie es um den Wasser–Elektrolythaushalt bestellt ist und wie hoch die Leberwerte sind, diese sind bei Diabetes oft erhöht.

Je früher Diabetes diagnostiziert wird, desto schneller kann es behandelt werden – umso höher ist die Lebensqualität, trotz Erkrankung.

Wie wird Diabetes beim Hund behandelt?

Heilbar ist Diabetes nicht, allerdings sehr gut behandelbar. Der Therapie ist mehrschichtig und besteht, neben dem täglichen Messen des Blutzuckerspiegels, aus:

Diät

Dein Tierarzt wird Dich dabei unterstützen, für Deinen Kleinen einen geeigneten Diätplan aufzustellen. Dieser beinhaltet meistens hochwertige Proteine und komplexe Kohlenhydrate, um das langsame Absorbieren der Glukose zu unterstützen.

Ausdauertraining

Dein Tierarzt wird Dich dabei unterstützen, für Deinen Kleinen einen geeigneten Diätplan aufzustellen. Dieser beinhaltet meistens hochwertige Proteine und komplexe Kohlenhydrate, um das langsame Absorbieren der Glukose zu unterstützen.

Um die Gefahr von zu großen Ausbrüchen des Blutzuckerspiegels nach oben (hyper) oder unten (hypo) zu vermeiden, ist es wichtig, wirklich regelmäßige ausgedehnte Ausdauerspaziergänge zu machen.

Medikation

Wahrscheinlich wird es erforderlich sein, dass Du Deinem Hund täglich Insulindosen spritzen musst. Dies geschieht mit einem Injector und hört sich zunächst schlimmer an, als es ist. Daran wirst Du Dich gewöhnen und Dein Liebling sicher auch.

Wichtig sind regelmäßige Wiedervorstellungen beim Veterinär, damit Ihr seltenen, aber schwerwiegenden Komplikationen von Vornherein therapeutisch entgegenwirken könnt.

Dieser Artikel soll Dir als grobe Übersicht dienen und ersetzt keines Falls die persönliche Vorstellung bei Eurem Tierarzt. Kein Internetartikel tut das.

Referenzen und Quellen

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