Hundehaltung – Eine Checkliste

Du kannst Dir einen Hund als Welpen ins Haus holen oder als Junghund bzw. erwachsenen Hund kaufen. Du kannst einen Hund aus Deutschland nehmen oder Dich zum Beispiel über den Tierschutz für einen Hund aus Spanien, Rumänien oder einem anderen Land entscheiden.

Gleich, ob Du einen Welpen kaufst, einen Hund aus dem Bekanntenkreis übernimmst oder auch erbst, im Kleinanzeigenmarkt fündig wirst, nach langen Besuchen im Tierheim endlich einen Vierbeiner nach Hause mitnehmen kannst oder eben einem Tierschutzhund einen Platz auf der Hundedecke einräumst, vorab solltest Dueiniges beachten. Insbesondere, wenn Du noch keine Erfahrung mit Hunden hast.

Vorüberlegungen  zur Hundehaltung – eine nicht vollständige Liste

  1. Ein Hund bedeutet für Dich Verantwortung, sein ganzes Leben lang. Einige Hunderassen werden im Schnitt nur sechs oder acht Jahre alt (die Lebenserwartung von Doggen ist leider nur sehr gering), aber es gibt eben auch solche Hunde, die 18 oder 20 Jahre alt werden. Holst Du Dir einen erwachsenen Hund, ist die Zeitspanne mit ihm zwar kürzer, es können aber dennoch 10, 12 oder mehr Jahre auf Euch zukommen.
  2. Kannst Du überhaupt einen Hund halten? Gerade wenn Du zur Miete wohnst, solltest Du erst in Deinen Mietvertrag schauen. Man kann einen Hund nicht sein ganzes Leben lang verstecken, dass wird schief gehen.
  3. Aber auch Deine Wohnsituation ist wichtig . Wenn Du in einem Hochhaus wohnst, solltest Du überlegen, wie problematisch es für Dich ist, wenn zum Beispiel der Aufzug nicht funktioniert. Der dritte Stock ohne Aufzug ist für einen großen, schweren Hund mit Hüftproblemen eine Tortur. Wenn Du zentral, mitten in der Stadt wohnst, ohne Auslaufflächen, überlege bitte, ob genau das für Deinen Hund ein wirklich gesundes Umfeld ist.
  4. Wenn Du von morgens bis abends nicht zuhause bist, durch Beschäftigung oder Hobby, dann ist das für Dich vielleicht schön, Dein Hund allerdings würde darunter stark leiden. Da spielt es denn auch keine Rolle, dass Du Dir das beste Hundefutter und den renommiertesten Tierarzt leisten kannst. Zeit mit Deinem ist ein für beide Enden der Leine gewichtiger Faktor. Denn wenn Dein Hund, den ganzen Tag alleine zu Hause ist, wird er sich im besten Fall nur langweilen. Häufig jedoch, wird er sich eine Beschäftigung suchen (an Einrichtung und Schuhen kauen) oder unerwünschtes Verhalten an den Tag legen und vielleicht die ganze Zeit bellen oder jaulen. Eine Alternative für Dich, als Vielbeschäftigter, der seinen Hund wirklich liebt – Hundesitter. Aber achte hier ganz besonders darauf, dass sich die Hundeverstehen.
  5. Wenn Du in einer finanziell prekären Situation bist, gilt das in eben dem Maße. Denn Du musst auch das unvorhersehbare mit einberechnen. Gerade wenn Du mit spitzen Bleistift kalkulierst, dass Hundefutter, Impfungen und ab und an ein Hundespielzeug gerade mal so drin sind. Was passiert, wenn Dein Hund Allergien entwickelt und Ihr dadurch für ihn unbedingt ein bestimmtes Hundefutter benötigt? Oder wenn Du ihn dann auch häufiger zum Tierarzt bringen musst? Die Kosten der Hundehaltung können moderat sein oder eben auch explodieren. Stichwort Hundekrankenversicherung – oft günstiger als die Alternative
  6. Sind alle im Haushalt einverstanden? Es bringt nichts, sich einen Hund ins Haus zu holen, in der Hoffnung, dass womöglich sogar der Partner, sich irgendwann daran gewöhnen wird.
  7. Was ist mit Urlaub, Ausflügen? Wenn es abends auf die Piste geht? Die Zeiten, in denen man open-end unterwegs sein konnte und vielleicht erst am nächsten Tag zum späten Frühstück nach Hause kam, sind vorbei, außer man kann eine Hundebetreuung organisieren.

Welches Alter sollte Dein Hund haben?

Welpe, Junghund, erwachsener Hund oder doch einem Hundesenior den Lebensabend verschönern?

Je jünger Dein Hund ist, um so mehr kannst und musst Du ihm beibringen. Dafür brauchst Du Geduld, Zeit und Nerven.

Ein älterer Hund bringt seine Geschichte mit und ist geprägt durch seine Erfahrungen. Während Du bei einem jungen Hund über Charakter und Wesen noch nicht ganz sicher sein kannst, sind diese bei einem erwachsenen und alten Hund bereits ausgeprägt bzw. gefestigt. Natürlich kommt, gerade wenn Du einen Hund aus dem Tierschutz nimmst, mit einem älteren Hund kein fertiger Hund ins Haus, der einfach funktioniert. Wenn Du aber sowas suchst, dann solltest Du Dir einen Roboterhund anschaffen und kein lebendiges Tier.

Allerdings solltest Du bedenken, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Dein älterer Hund krank wird, eben etwas höher ist, als Dein jüngeren Hund. Ein älterer Hund ist in der Folge meist auch nicht mehr ganz so gut zu Fuß, er spielt nicht mehr so gerne, Treppen sind genauso wenig sein Ding wie zum Beispiel springen. Allerdings ist auch ein junger Hund keine Garantie für ewige Gesundheit, denn Krankheit kennt kein Alter, auch bei Hunden nicht.

Der erste Hund? Mit Hund ändert sich Dein ganzes Leben!

Was Außenstehende oft nicht sehen ist, wie sehr das ganze Leben sich ändert, wenn ein Hund ins Haus kommt. Das ist fast so wie bei einem Kleinkind, selbst wenn der Hund bereits etwas älter ist. Du mußt Dinge weggeräumen , die potentiell gefährlich für Deinen Hund sind (oder an denen Du sehr hängst). Du wirst das Wochenende nicht mehr ausschweifend durchfeiern können. Denn trotz Deiner Feiereuphorie muss Dein Hund raus. Und überhaupt, das rausgehen. Natürlich ist es sehr schön, nach Hause zu kommen, wenn es draußen nass, dunkel und kalt ist. Aber vor dem nach Hause kommen steht eben meist das Gassi gehen mit Deinem Hund an. Und das kann sich ziehen… Denn auch Dein Hund findet es meist zu ungemütlich. Was ihn aber nicht unbedingt zur Eile antreiben muss.

Was darf der Hund? Und was nicht?

Bevor Du Dir einen Hund anschaffst, solltest Du Dir genau überlegen, wie das zukünftige Zusammenleben aussehen soll. Lebst Du in einer Partnerschaft, solltest Du vorab abstimmen, was Du Dir wie wünschst. Es bringt nichts, wenn Dein Partner den Hund auf das Sofa (oder ins Bett) lässt und Du ihn wieder herunterjagst. Das verwirrt Deinen Hund nur unnötig und ist unbefriedigend für alle. Im Zweifelsfall solltest Du Dich auch erstmal gegen Sofa und Bett für Deinen Hund entscheiden (oder was Du ihm auch immer verbieten möchtest), denn es später doch erlauben ist meist einfacher, als dann ein Verbot durchzudrücken.

Kannst Du alles regeln?

Überhaupt der Partner. Holt Ihr Euch als Paar einen Hund ins Haus, müßt Ihr durchaus auch einen Gedanken dafür aufwenden, was passiert, wenn Ihr Euch trennt. Das kann man ganz entspannt in dem Moment besprechen, wenn die Papiere auf einen umgeschrieben werden und dann im Impfpass steht, wer das Herrchen oder Frauchen ist. Am besten einigt man sich, dass dort derjenige vermerkt ist, der den Hund auch alleine behalten würde. Natürlich kann es hier am Ende zu ganz anderen Entscheidungen kommen als man sie geplant hatte. Aber es schadet nicht, wenn das Thema zumindest einmal offen besprochen wurde und man sich unterschiedliche Szenarien gedanklich grob durchgespielt hat. Kann man sich aber in dem Moment schon nicht einigen, dass überhaupt einer dann den Hund nimmt, sollte man überlegen, ob die Adoption eine gute Idee ist.

Wann solltest Du Dir keinen Hund anschaffen?

Es gibt offensichtliche Gründe, die gegen die Anschaffung eines Hundes sprechen (zu wenig Geld, zu wenig Zeit, Vermieter ist dagegen). Und Gründe, die erst auf dem zweiten Blick sichtbar werden. Natürlich vertreibt ein Hund die Einsamkeit. Aber das kann nicht sein alleiniger Zweck sein, er hat dennoch ein Anrecht darauf, das man mit ihm spielt, er genügend Auslauf bekommt und er eben nicht nur auf der Couch einem die Zeit vertreibt. Einen Hund anzuschaffen, in der Hoffnung, dass er praktisch zum Therapiehund für die eigenen Kinder wird, kann ziemlich nach hinten los gehen, wenn man merkt, dass man sich nun nicht nur um die Kinder, sondern auch noch um den Hund kümmern muss. Auch als Geschenk ist ein Hund denkbar ungeeignet, denn was ist, wenn der Beschenkte das Interesse verliert?

Unverzichtbare Dinge für die Grundausstattung Hund

Achso, wer gehofft hat, hier eine Checkliste der wichtigsten Dinge zu finden, die bei Einzug eines Hundes da sein sollten, wird natürlich auch nicht enttäuscht:

  • Hundefutter, am besten eins, dass er schon kennt, um die Umzug in das neue Leben zu erleichtern. Selbst wenn wir auf Barf umsteigen möchten, die ersten Tage sollte er das bekommen, was er kennt, um den Stress nicht zu erhöhen. Danach kann man sich dann sein Futter für ihn aussuchen. Neben BARF (Rohfütterung), Nassfutter und Trockenfutter gibt es auch die Möglichkeit zu mischen. Der Hundefutter Test gibt Aufschluss, welche Futterarten gut geeignet sein können für die eigenen Bedürfnisse und vor allem für die Bedürfnisse des neuen vierbeinigen Mitbewohners. .
  • Leckerlis natürlich auch.
  • Halsband und Leine wird er mitbringen, ansonsten reichen hier erst einmal einfache Modelle aus.
  • Als Decke tut es auch eine ausgemusterte von uns. Später machen Körbchen, Hundesofa oder Hundematratze das ganze komplett. Ist die Wohnung größer, dann wird der Hund sicherlich auch mehr als einen Schlafplatz haben.
  • Zwei Näpfe sollten es sein, einer für Wasser und einer für sein Hundefutter. Wobei man hier durchaus auch Dinge aus der Küche zweckentfremden kann. Mein Hund ist nun der dritte Hund in Folge, der aus der immer gleichen, unverwüstlichen Glasauflaufform sein Wasser trinkt.
  • Natürlich etwas zum Spielen. Oder zum Beschäftigen. Oder zum Bekauen.
  • Eine Möglichkeit zum Transport. Mindestens ein Hundegeschirr mit der Möglichkeit, den Hund im Auto anzuschnallen sollte es sein. Bei kleineren Hunden tut auch eine Hundetransportbox gute Dienste für den sicheren Transport.

Ganz wichtig ist auch, dass man sich beizeiten nach einem kompetenten Tierarzt umsieht. Ist es der erste Hund, sollte man sich nicht scheuen, möglichst viele Hunderatgeber zu lesen und durchzuarbeiten, um gut gerüstet zu sein auf das zukünftige Leben mit Hund.